Architektur farbig gestalten

Umgang mit Farbe im öffentlichen Raum

Mein Wunsch die Welt farbig zu gestalten, beschäftigte mich bereits vor meinem Studium.

Doch als ich dann im Rahmen des Grundstudiums ein Praktikum bei Friedrich Ernst von Garnier absolvierte, sensibilisierte dies meinen Blick für das Thema Farbe und wie wir in unserer Lebenswelt damit umgehen.


Mit wachem Blick beobachtete ich den Umgang mit Farbe im städtischen Wohnungsbau, wie Farbe in Industrieparks eingesetzt wird, wie mittelständische Unternehmen sich präsentieren und wie ein schön gestaltetes Werk zum Aushängeschild eines Unternehmens wird, und dies den Blick auf das Unternehmen seitens der Anwohner positiv beeinflusst.  


Friedrich Ernst von Garnier und seinen Kollegen bin ich für den Einblick in die Marterie der Farbkonzepte sehr dankbar und ihre Arbeit respektiere ich sehr!
Es braucht mehr von dem sensiblen Umgang mit Farbe und deren Auswirkung auf den Menschen in seiner alltäglichen Umgebung.

Dies erst recht in Zeiten von knappem Wohnraum, städtischen Gentrifizierungen und prompten Baubooms.

Unsere Aufgabe:  Öffentlichen Raum farbig gestalten

Doch es geht nur nicht um die Sensibilisierung für den Umgang mit Farbe, sondern auch um die Verwendung des Materials Farbe an sich.

Häufig äußern sich Wünsche nach Farbgestaltung seitens der Immobilienökonome in der konkreten Vorstellung, dass eine Graffiti an die Wand müsse.
Doch bei dieser Überlegung wird das Material - Lack mit seinen Eigenschaften ausgeblendet.
Ausserdem ziehen Orte an denen Graffitis eingesetzt werden, weitere Graffitiübergriffe nach sich.
Wie sollte es auch anders sein?
Graffitis sind figürlich, haben einen ersten Fasszinations- "Ah!"-effekt, motivieren jedoch im Anschluss andere Sprüher dazu selbst die Dose in die Hand zu nehmen. Graffiti setzt an vielen Stellen den falschen Impuls.


«»Autolacke auf Fassaden aufzubringen, ist per Definition schon keine gute Idee.»


Lack schließt die Oberfläche. Die Folge ist, das das die Wand nicht mehr atmen kann. Ich denke, daß sich das nachhaltig auf den Putz auswirkt. Häufig war es an gesprühten Flächen zu beobachten, dass sich die Sprühfarbe nach nassem Wetter und bei Sonneneinstrahlung vom Putz kreisförmig abhebt. Und diese Stellen dann auch nach kurzer Zeit zu Löchern in der Fassade wurden. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich auch sagen, daß Lacke häufig nicht die Selbe Farbstabilität aufweisen, wie hochwertige Gebinde, die im Handwerk eingesetzt werden, Bautenschutz sicherstellen, indem alle verwendeten Materialien aus dem Werk eines Herstellers kommen.

Umgebungsfarbe sieht den Menschen im Kontext von natürlichen Farbigkeiten, wie Erdtönen, Farben des Himmels, dem Boden, und seinen selbstgeschaffenen Farbigkeiten, wie sie uns tagtäglich im Print und auf dem Screen und weiteren Farbgestaltungen begegnen.

Der Mensch ist Fan von digitalen Abbildungsmöglichkeiten. Daher ist unsere Farbgestaltung ein Zusammenspiel zwischen dem Kalt- und Warmfarbsystem.